Chile Infrastruktur

Chile ist von dem Gesichtspunkt der Infrastruktur ein zweigeteiltes Land. Auf der einen Seite steht im Zentrum die Hauptstadt Santiago mit einer sehr modernen und fortschrittlichen Infrastruktur, auf der anderen Seite ist die Infrastruktur im Rest des Landes sehr ausbaufähig.

Das Nahverkehrsnetz ist seit der Eröffnung der Metro de Santiago sehr gut.  Es gibt vier verschiedene Metrolinien, die die ganze Stadt vernetzen und schnell erreichbar machen. Sie fährt von 6 Uhr morgens bis 11 Uhr abends. In den Nachtstunden kann man auf die sogenannten Micros umsteigen. Micros sind Busse von privaten Unternehmen, die rund um die Uhr fahren.

Um die Metro benutzen zu können, bedarf es einer Karte, die mit Geld aufgeladen werden kann. Sie nennt sich Bip!-Karte. Der Name ist leicht nachvollziehbar aus dem Geräusch abzuleiten, das die Maschine beim entwerten der Karte produziert, nämlich „bip“.

Eine Fahrt kostet zurzeit 410 chilenische Pesos, was bei einem schwankenden Wechselkurs von 690 bis 790 chilenischen Pesos pro Euro etwa zwischen 55 und 60 Cent schwankt. Einmal entwertet kann innerhalb von zwei Stunden jeder Microbus der Stadt genommen werden, ohne zusätzlich bezahlen zu müssen. Dies ist insbesondere angenehm, wenn man Einkäufe an mehreren Orten in der Stadt erledigen möchte.

Es gibt in der ganzen Stadt über 5000 Busse, die ständig im Einsatz sind. Trotzdem ist zu Stoßzeiten morgens und abends jeder Bus und jede Metrobahn sehr überfüllt, was es insbesondere in den Sommermonaten mit der Hitze im Metrotunnel zu einer Tortur macht, die öffentlichen Verkehrsmittel zu benutzen.

Die einfachste Art von Santiago aus zu verreisen ist mit dem Bus. Die Tickets sind sehr günstig und es gibt einen großen Konkurrenzkampf unter den Busunternehmen, was dazu führt, dass die Busse sehr modern und gut ausgestattet sind. Man kann für weiter entfernt gelegene Ziele Nachtbusse nehmen, in denen man den Sitz komplett flach stellen kann, was einige Stunden Schlaf ermöglicht.

Das Straßenverkehrsnetz ist entlang der Küste Chiles sehr gut ausgebaut, wurde jedoch durch das Erdbeben Ende Februar 2010 vielerorts zerstört, was zu ernormen wirtschaftlichen Schäden führte.

Generell sollte man bedenken, dass die Infrastruktur nicht die gleiche wie in Europa ist. Die Uhren scheinen hier einfach etwas langsamer zu ticken. Bei längeren Aufenthalten in Chile sollte man dies auf jeden Fall bedenken und mit einplanen. Wichtig sind beispielsweise auch die teilweise sehr langen Wege zu einem Arzt oder Krankenhaus mit einzuplanen. Diesbezüglich sollte man sich vorher auch Informationen zur Krankenversicherung bereits im Vorfeld einholen, beispielsweise welche Transporte und ärztlichen Leistungen von der Krankenkasse abgedeckt werden.

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